Die Reise über das Mittelmeer

Der kleine Prinz ist angekommen
Die Reise über das Mittelmeer

Nach tagelanger Überfahrt von Libyen nach Italien, spürt Haruna endlich wieder Boden unter seinen Füßen. Auf Sizilien angekommen, versucht er weiter nach Deutschland zu gelangen. Durch die Hilfe Anderer gelingt ihm das auch.

Haruna wird gezwungen, in einen bereits überfüllten Lastwagen zu steigen - gemeinsam mit anderen Geflüchteten, die auch nach Europa wollen. Dieser fährt sie direkt ans Meer. An einem Strand von Libyen steigt Haruna mit circa 150 anderen in ein kleines Schlauchboot um. Damit sie nicht entdeckt werden, müssen sie nachts losfahren. Nach 3 Stunden Fahrt verliert das Boot plötzlich Luft und Panik bricht aus. Sie müssen wieder umkehren. Zurück am Strand werden fast alle Geflüchtete von der Polizei verhaftet. Haruna jedoch schafft es, in ein Flüchtlingslager zu laufen. Nach einer Woche gibt es ein neues Schlauchboot am Strand. Dieses Mal bekommen sie weder Essen noch Trinken für die Fahrt, da sie "dies ja nur erbrechen würden". Nach dem ersten Tag treiben die sie nur noch hilf- und orientierungslos im Meer herum. Mehrmals sehen sie vorbeifahrende kleinere Schiffe und Boote. Sie rufen und winken, aber niemand hört oder sieht sie. Auf Harunas T-Shirt schreiben sie "HELP", um gesehen zu werden. Als man sie dann immer noch nicht bemerkt, heben sie ihn hoch und er soll ihnen winken.

Einmal dachte Haruna, Italien zu sehen... Es waren aber nur die vielen Lichter einer großen Fähre. Am vierten Tag werden sie von einem Hubschrauber entdeckt. Man verspricht ihnen sofortige Hilfe. Sie warten lange, aber niemand kommt. Viele Menschen sind ohnmächtig und bewusstlos geworden. Auch Haruna selbst. Als er wieder aufwacht ist ein großes Schiff aufgetaucht und auf das kleine Schlauchboot aufmerksam geworden. Ihnen wird endlich geholfen. Doch die Rettungsaktion stellt sich als äußerst schwierig heraus, da das Schiff sehr groß ist und die Menschen auf dem Boot sehr schwach. Haruna fällt dabei ins Meer, er kann nicht schwimmen, taucht unter, schluckt viel Wasser und kämpft sich zurück an die Oberfläche. Er wird gerettet. Irgendwann in der Nacht kommen sie in Italien an. Dort liegt er zwei Wochen im Krankenhaus.

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, wird er in einer Art Camp untergebracht. Haruna versucht viel spazieren zu gehen, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Eines Tages wird er von einem fremden Mann auf der Straße angesprochen. Haruna ist froh, da er denkt, der Mann wolle ihm helfen. Obwohl Haruna seine Sprache nicht versteht, erkennt er, dass der Mann will, dass Haruna mit ihm mitkommt. Haruna folgt ihm in ein Gebüsch. Dort versucht der Mann Haruna zu vergewaltigen. Doch Haruna kann sich zur Wehr setzen, schreit, kämpft und wirft dem Mann Sand ins Auge. Der Mann lässt ihn los und Haruna kann fliehen. Zurück auf der Straße warnt man ihn vor den Kriminellen in dieser Gegend, doch Haruna hört ihnen gar nicht zu und rennt und rennt und rennt. Er weiß nicht wie lange oder wohin er läuft: Einfach nur weg.

Irgendwann kommt er an einem Haus mit einem Somalier vorbei. Haruna erzählt ihm alles und wird von ihm wieder zurück in sein Camp gebracht. Dort angekommen, übergibt sich Haruna mehrmals. Man bringt ihn zum Arzt, wo er Medikamente bekommt. Seit der Fast-Vergewaltigung traut Haruna sich erst einmal nicht mehr alleine auf die Straße. Später ist er dann doch mit Freunden aus dem Camp in die Stadt gegangen. Haruna verliert sie jedoch und irrt wieder alleine herum. Er trifft auf eine Frau aus München, die ihn zum Bahnhof bringt und für ihn eine Zugfahrkarte nach München kauft. Mit dem Zug fährt er über Österreich nach Deutschland. Er ist endlich da: in Deutschland. Doch er weiß nicht wohin...