Repressive Heimerziehung der DDR - Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Repressive Heimerziehung der DDR - Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Unangepasste und verhaltensauffällige Jugendliche galten in der DDR schnell als schwererziehbar und konnten in sogenannte Spezialheime zur Umerziehung eingewiesen werden. Endstation in diesem System war der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau.

Téma: NDR, Pronásledování, Vyčlenění, Svoboda, Rodina, Diktatura, Věznění

Region: Německo

Bildquelle: Archiv Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Der Geschlossene Jugendwerkhof als Einrichtung der DDR-Jugendhilfe glich mit seinen hohen Mauern, vergitterten Fenstern und Scheinwerfern bereits äußerlich einer Haftanstalt. Eine ausbruchssichere Verwahrung, ein bis auf die Minute durchorganisierter Tagesablauf in Kolonne und Laufschritt, das Fehlen jeglicher Privat- und Intimsphäre sowie Zwangssport bis zur totalen Erschöpfung zielten auf die vollkommene Unterordnung der Jugendlichen. Die gesamte Methodik war darauf ausgerichtet, die Persönlichkeit junger Menschen innerhalb weniger Monaten bewusst zu brechen. Hier sollten die Jugendlichen unter haftähnlichen Bedingungen innerhalb von nur wenigen Monaten zu "sozialistischen Persönlichkeiten" umerzogen werden. Bis November 1989 durchliefen ca. 4.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren diese DDR-Disziplinierungseinrichtung.