Gestrandet in der Wüste

Der kleine Prinz aus Ghana
Gestrandet in der Wüste

In einem Kleinbus fährt Haruna gemeinsam mit 36 anderen Menschen in die Sahara. Der Bus hat ständig Pannen, alle müssen mithelfen, ihn wieder zum Laufen zu bringen. Tagsüber, wenn der Bus wieder einmal stoppt, ist es so heiß, dass man sich unter dem Bus verstecken muss, um sich vor der Sonne zu schützen.

Mitten in der Wüste passiert der Totalausfall. Der Bus ist nicht mehr zu retten und der Fahrer gesteht, sich verirrt zu haben. Über Wochen ist die Gruppe auf sich gestellt. Essen und Trinken ist knapp und kein anderes Auto ist in Sicht. Viele der Mitreisenden sterben. Darunter auch der freundliche Mann, der Haruna mitgenommen hat. Die, die noch Leben, versuchen die Leichen mit Sand zu begraben, aber der Wind weht diesen immer wieder weg.

Nach zwei Monaten des Vegetierens fährt das erste Mal ein Kleinbus vorbei. Auch dieser Bus ist völlig überfüllt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch 19 Überlebende, am Ende kann aber nur Haruna mitfahren. Harunas Rettung ist vermutlich seine Mütze - eine Mütze in den Nationalfarben Ghanas. Die Leute aus dem neuen Bus erkennen sofort, dass er einer ihrer Landsmänner ist. Die, die da bleiben müssen, geben Haruna Briefe für ihre Familien mit. Er verspricht wieder zu kommen und Hilfe zu holen. An der Grenze zwischen Niger und Tschad legen die Männer aus Ghana für ihn zusammen, um den Grenzzoll zu bezahlen.