Die Gedenkstätte

Repressive Heimerziehung der DDR - Aufklären und Erinnern
Die Gedenkstätte

Titelbild: Das Areal des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau heute. Nach dem Umbau zu einer Wohnanlage 1997 ist der ursprüngliche Charakter nur noch teilweise nachvollziehbar. Bildquelle: Archiv Gedenkstätte GJWH Torgau

Rundgang durch die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Nach der Friedlichen Revolution 1989/90 werden die DDR-Heime geschlossen oder teilweise von freien Trägern übernommen, das Personal erneuert oder von Nachfolgeeinrichtungen übernommen, die Heimakten je nach Bundesland in Archive überführt. Das alles passiert still und leise.

Anfang der 1990er Jahre rückt zunächst der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Die offensichtlich menschenunwürdigen Bedingungen sind kurzzeitig medial sehr präsent. Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung der SED-Diktatur kommt 1995 zu dem Ergebnis, dass der GJWH das schwerste Repressionsmittel in der staatlichen Jugenderziehung der DDR gewesen ist und dessen Methoden der „Umerziehung“ gegen Menschrechte verstoßen habe.

Blick in den ehemaligen Dunkelzellentrakt

Blick in den ehemaligen Dunkelzellentrakt
Bildquelle: Archiv Gedenkstätte GJWH Torgau

1996 gründete sich der Verein Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, um die Vorgänge, Strukturen und Arbeitsweisen in den DDR-Spezialheimen, insbesondere des GJWH aufzuarbeiten. Mit dem Verkauf der Liegenschaft des GJWH (durch die Treuhandliegenschaftsgesellschaft) an einen privaten Investor setzte sich der Verein dafür ein, dass am historischen Ort Räume für eine Gedenkstätte, zahlreiche Gegenstände sowie der Originalzustand des Dunkelzellentraktes der Einrichtung gesichert wurden. 1998 wurde die Gedenkstätte eröffnet.

In der Ausstellung

In der Ausstellung
Bildquelle: Gedenkstätte GJWH Torgau

Die Dauerausstellung „‚Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus!‘ Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau im Erziehungssystem der DDR“ dokumentiert die repressiven Machtstrukturen innerhalb des Bildungs- und Erziehungsapparates der DDR und erinnert an die jugendlichen Opfer der sozialistischen Umerziehungspraxis. In der Gedenkstätte kann der ehemalige Dunkelzellentrakt mit Fuchsbau besichtigt werden. Zudem werden über Foto- und Informationsstelen im ehemaligen Hof- und Schleusenbereich historische Spuren wieder sichtbar.