Der Weg ins Ungewisse

Weggehen müssen - Ankommen können
Der Weg ins Ungewisse

Bildquelle: Böhmerwaldmuseum Passau/Bild: Stephan Gauer

 

Eines Nachts änderte sich alles. Es war vier Uhr. Eine Uhrzeit, zu der das Dorf für gewöhnlich noch schlief. Doch in dieser Nacht war alles anders. Aufgeregte Stimmen, stampfende Füße und Klopfgeräusche. Was war los? Viel Zeit zum Überlegen blieb mir nicht. Hektisch wurde ich hochgehoben, in die Stube getragen, mit allerlei Gegenständen aus dem ganzen Haus bepackt und kurz darauf auf einen Karren gespannt. Angst stieg in mir hoch. Hatte ich doch noch nie in meinem Leben einen anderen Ort als den Altrichterhof zu Gesicht bekommen. Und nun das. Vollbepackt mit dem halben Hausstand der Familie Jungwirth begaben wir uns auf den Weg in den Böhmerwald. Aus den Gesprächen meiner Besitzer, die sich anderen anzuschließen schienen, schnappte ich Worte wie "Aussiedlung“, “Vertreibung“ oder gar "Gewalt“ auf. Hatten diese Worte mit uns zu tun? Waren wir die, die vertrieben wurden?

Aufruf zur Aussiedlung

Aufruf zur Aussiedlung

Bildqulle: Böhmerwaldmuseum Passau/Bild: Stephan Gauer

Von offizieller Seite wurden die Sudetendeutschen aufgefordert, nur das Wichtigste mitzunehmen. Es waren höchsten 50kg pro Person erlaubt.

Religiöse Gegenstände

Religiöse Gegenstände

Bildquelle: Böhmerwaldmuseum Passau/Bild: Stephan Gauer

Der christliche Glaube war ein wichtiger Bestandteil des Lebens im Böhmerwald.

Persönliche Erinnerungsstücke

Persönliche Erinnerungsstücke

Bildquelle: Böhmerwaldmuseum Passau/Bild: Stephan Gauer

Obwohl der Umfang des Gepäcks begrenzt war, wurden neben Gebrauchsgegenständen auch Erinnerungsstücke mit ideellem Wert mitgenommen.