Es war nicht alles schlecht?!
Ein Leben in Bahnen in Leipzig

Über das Leben in der DDR gibt es zahlreiche Geschichten. Auf alle Fälle haben alle "Wessis" schon mal gehört, dass östlich der Mauer bestimmte Lebensmittel Mangelware waren oder dass man in der Deutschen Demokratischen Republik auf einen Trabbi 10 Jahre oder mehr warten musste. Doch stimmen solche Geschichten? Jana Schneider wird uns im Folgenden diese Fragen beantworten.

Es stimmt schon, in der DDR war einiges Mangelware. Eine schnelle Tasse Kaffee am Morgen war zum Beispiel für DDR-Bürgerinnen und -Bürger eher ungewöhnlich. Für uns heute unvorstellbar, aber Kaffee war im Osten ein absoluter Luxus. Für ein Kilo Kaffee musste man ebenso viel Ostmark bezahlen, wie für die Monatsmiete einer 60 Quadratmeter großen Wohnung im Plattenbau. Auch Bananen oder Apfelsinen gehörten nicht zu den Gütern des täglichen Bedarfs. Wenn diese in die Geschäfte kamen, musste man dafür anstehen. 

Es gab aber auch Dinge, die das Leben in der DDR reizvoll machten. Produkte des Grundbedarfs wie Milch, Gemüse, Fisch, Brot, Butter etc. konnte man günstig erwerben, da diese vom Staat subventioniert wurden. So kostete ein frisches Brötchen jahrelang nur 5 Pfennig. 

Wer in der DDR lebte, durfte nicht in alle Länder reisen, zum Beispiel nicht in die Bundesrepublik. Die Regierung bestimmte, in welche Länder man reisen durfte. Obwohl die DDR-Bürgerinnen und -Bürger nicht in jedes Land reisen durften, waren sie statistisch gesehen häufiger unterwegs als die BRD-Bürgerinnen und -Bürger. Ein Grund dafür war, dass das Recht auf Urlaub fest in der Verfassung verankert war. Zu den Lieblingszielen der DDR-Urlauberinnen und -Urlaubern gehörten die heimische Ostsee, die Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien. Auch Reisen in das damalige Jugoslawien waren mit Auflagen möglich. 

Das Leben in der DDR unterschied sich in vielen Dingen vom Leben in der BRD. Das lag vor allem daran, dass die Regierung strenge Regeln aufstellte. Ziel dieser Regeln war es, dass in der DDR alle Menschen gleichberechtigt sein sollten. Die Wahlergebnisse standen jedoch bereits vor den Wahlen fest und man geriet in den Fokus der Staatssicherheit, wenn man das Kreuz nicht bei der Sozialistischen Einheitspartei gesetzt hatte. Die SED schrieb den Bürgerinnen und Bürgern vor, wie sie zu leben hatten. Die Menschen in der DDR hatten keine Wahl - weder in der Politik noch im Supermarkt.

Laut Jana Schneider hatten die Bürgerinnen und Bürger in der DDR die Möglichkeit, ihre Kinder in einen Kindergarten zu bringen. Dieser hatte nicht nur bis 16.00 Uhr geöffnet, so wie wir es heute gewohnt sind, sondern die Kinder wurden betreut bis sie von ihren Eltern abgeholt wurden. Der Staat forderte und förderte die arbeitende Bevölkerung. Es war ein Geben und Nehmen zwischen Staat und Bürger.