Anderes Land - anderer Journalismus

Zwei Staaten, zwei Welten
Anderes Land - anderer Journalismus

Die Medienunterschiede zwischen DDR und BRD waren gravierend.

Die Medien der DDR wurden grundsätzlich von dem Zentralkomitee der SED und dem "Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrats" gelenkt und kontrolliert. Seit der Gründung der DDR gab es strikte Vorgaben, wie politische oder wirtschaftliche Themen, egal ob in Presse, Rundfunk oder Fernsehen, gehandhabt werden sollten.

Schlussendlich beschloss die SED 1962, dass das "Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrats" direkt in mediale Angelegenheiten eingreifen durfte. Somit hatten andersdenkende Verlage keine Chance, ihre Meinung kund zu tun, ohne zensiert zu werden.

Des Weiteren gehörten 90% der Printmedien zur Zentralen Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft (ZENTRAG), die unter der Verwaltung der SED stand. Dementsprechend gab es keinen großen Raum für Kritik. Auch das Fernsehen wurde stets vom Zentralkomitee beeinflusst und überwacht. So stand die “Aktuelle Kamera”, die Nachrichtensendung der DDR, unter der Beobachtung der SED.

Herr Ulm selbst erlebte die damaligen Gegebenheiten in der DDR nicht mit. Den starken Eingriff der SED in das Leben jedes Bürgers und jeder Bürgerin kennt er nur vom Hörensagen.

Die Bürgerinnen und Bürger der DDR hatten die staatlich gelenkten Medien satt. Deshalb richteten sie ihre Antennen gen Westen, um Sender der BRD zu empfangen. Unter anderem dienten westdeutsche Medien auch als Informationsquelle, da die Menschen aus der DDR merkten, dass ihre Sender über die SED gelenkt wurden. Herr Ulm bestätigt, dass die SED nur das verbreitete, was ihren Idealen entsprach.

Anders als in der DDR gab es in der BRD öffentlich-rechtlichen Medien, die sich an einer objektiven Berichterstattung orientierten. Dazu meint Herr Ulm: “Die Tageszeitungen sind in der Bundesrepublik immer privat organisiert gewesen, und haben unabhängig und frei berichtet.” Außerdem habe es eine breite Medienlandschaft mit unterschiedlichen Facetten und guten Redaktionen gegeben, die ein breites Meinungsbild widergespiegelten.

Der Grundstein einer objektiven Berichterstattung legten die alliierten Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg, die nach der Teilung in DDR und BRD die Forderungen stellten, dass die BRD unabhängig, föderal, möglichst staatsfern, frei und unparteiisch arbeiten sollte. So wurde die Tagesschau nach den Vorgaben der Alliierten und dem Vorbild der BBC entwickelt und gestaltet. Der Journalist Herr Ulm beschreibt weitere Unterschiede in der Arbeitsweise nach 1990 in den neuen Bundesländern: