Brocken

Eine eisige Nacht an der eisigen Naht
Brocken

Die Reise des Wolfgang Münnichs war lange geplant und vorbereitet. Schließlich mussten Sonderscheine beantragt und auch für Proviant gesorgt werden. Das Grenzgebiet war nicht frei zugänglich und durch mehrere Grenz- und Kontrollposten gesichert. Doch Herr Münnich und seine Frau hatten Glück und wurden an keiner Stelle kontrolliert. So erreichte das Ehepaar gegen 20 Uhr den Brocken und ein Sowjet-Soldat fing gleich an, deutsch zu sprechen...

Die Geschichte des Herrn Münnich ist eine Geschichte von Versöhnung. Unbeeindruckt von der damaligen Freund/Feind Konstellation entscheidet er sich, den ehemaligen Klassenfeind zu besuchen und mit ihm das neue Jahr zu feiern. Mit der Überzeugung, dass seine mitgebrachten Geschenke einmal "daran erinnern, dass wir nur friedlich zusammen eine bessere Welt erhalten und aufeinander zugehen müssen". Dass diese Begegnung auch symbolischen Wert trägt, wird deutlich, wenn man sich die damaligen Verhältnisse ins Bewusstsein ruft. Zwei Personengruppen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, treffen zusammen und feiern ein fröhliches Fest. Ohne Vorurteil, Angst und Hass. Nur die Freude und die Versöhnung stehen im Vordergrund, keine der so lange aufrecht erhaltenen Konflikte und Gegensätze. Herr Münnich stand damit für eine Zeit des aufeinander Zugehens.

aus dem Privatarchiv von Wolfgang Münnich
Eine eisige Nacht an der eisigen Naht
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