Jan Skácel

Jan Skácel

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Der talentierte tschechische Dichter Jan Skácel wurde am 7. Februar 1922 in Vnorovy bei Straßnitz in Südmähren geboren.

Skácel begann seine Lyriker Laufbahn mit dem Gedicht „Der blaue Vogel“, das er in einem Arbeitslager der Nationalsozialisten schrieb.  Sein Studium nach dem Krieg brach er 1948 ab und arbeitete anschließend zuerst als Redakteur bei der Brünner Tageszeitung „Rovnost“ (Gleichheit) und seit 1953 in der literarischen Abteilung des Brünner Rundfunks. Von 1963 – 1969 sorgte er als engagierter Chefredakteur für die außergewöhnliche Prominenz die Monatszeitschrift „Host do domu“ (Der Gast ins Haus), für die er die bei den Lesern beliebten Feuilletons schrieb.

1969 wurde Skácel ein striktes Publikationsverbot durch die Sowjetunion auferlegt und auch seiner Frau Boženka wurde gekündigt. Dies waren nur zwei der vielen harten Maßnahmen, die das Ostregime als Antwort auf den Prager Frühling 1968 gab. Das Ehepaar verblieb mittellos.

Nach einem zwölfjährigen Verbot, durfte Jan Skácel 1981 ausgewählte Werke wieder publizieren, sein Buch „Wundklee“ erschien 1982 von Reiner Kunze ins Deutsche übersetzt und ihm wurde 1989 der renommierte Petrarca-Preis verliehen. Dies unterstützte ihn zwar, konnte jedoch nicht verhindern, dass er weiterhin isoliert blieb und seine Bücher auf politisches Betreiben hin verrissen wurden.  

Eine Woche vor dem Ausbruch der „samtenen Revolution“ in Prag starb Jan Skácel am 7. November 1989 in Brünn.

(Vgl. Reiner Kunze: Der Dichter Jan Skácel. Versuch eines Portraits in Gedichten, Feuilletons und Briefen Jan Skácels und in Zeugnissen seiner Freunde. Vortrag, Hauzenberg 1996.)

 

(Text: Anja Richter)

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