Verlassen - ein Dorf erzählt seine Geschichte

Verlassen - ein Dorf erzählt seine Geschichte

Hallo, ich bin Bučina; zu deutsch: Buchwald. Ich wurde vor über 200 Jahren gegründet. Ruinen zeugen von meiner spektakulären Vergangenheit. Wie sah es hier damals aus? Was ist passiert, dass ein ganzes Dorf dem Erdboden gleich gemacht wurde? Seht selbst!

Téma: Vysídlení, Útěk, Vyčlenění, Místní příběh, Hranice, Zkušenost na hranicích, Okupace

Region: Německo, Česká republika

Gedicht - "An da Grenz"

Übersetzung

Übersetzung

Das Gedicht “An da Grenz” wurde von dem ehemaligen Buchwalder Herbert Fastner 1958 verfasst. Eingesprochen wurde das Gedicht von Helmut Haselberger. Seine Vorfahren waren zwar nicht direkt "meine" Bewohner, aber sie stammten aus dem benachbarten Hüttl. Heute lebt er in Fürstenau und führt als Zeitzeuge regelmäßig interessierte Menschen durch mich hindurch. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er immer wieder Leben in mich zurückbringt und alte Erinnerungen aufleben lässt.

Diese Grenzgeschichte entstand im Rahmen eines Seminares für Geschichtsdidaktik an der Universität Passau. Uns ist dabei folgende Einordnung wichtig: Nach den schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet entlang der Grenze zum Sperrgebiet erklärt. Die hauptsächlich deutsche Bevölkerung von Buchwald musste im Zuge dessen ausgesiedelt werden.

Der Eiserne Vorhang machte es den ehemaligen Bewohnern bis 1990 unmöglich, zurückzukehren. Heute, mehr als 70 Jahre später, zeugen von der Existenz des Dorfes nur noch Ruinen und Geschichten.